|OKK| - Organ kritischer Kunst - organ of critical arts



Vorläufiges Exposé einer nie geschriebenen Dissertation
    Inhalt

    Zielsetzung und Fragestellungen
    Persönliches Interesse und etwaige Vorarbeiten
    Forschungsstand
    Problemstellung
    Methodik
    Quellenlage
    Vorläufige Gliederung der Untersuchungsschritte
    Vorläufige Bibliographie

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     Zielsetzung und Fragestellungen

In dieser künstlerisch-wissenschaftlichen Arbeit soll die aktuelle Protestkunst untersucht werden.
Eine Differenzierung der verschieden Ansätze, sowie eine Fokussierung auf die Zwischenräume zwischen Protestkunst und künstlerischem Aktivismus soll der analytische Ausgangspunkt dieser Dissertation sein. Diese soll einen Beitrag leisten in der Diskussion um zivilen Ungehorsam innerhalb der Kunst und der Aufarbeitung kreativer Praxen in den gegenwärtigen Protestbewegungen.

Es geht darum zeitgenössische Methoden und Arbeitsformen zu entwickeln, die einer gesellschaftlich relevanten Protestmöglichkeit auf dem künstlerischen Feld den diskursiven Weg ebnen, und aktuelle Strömungen zu bündeln, sowie kulturtheoretische Positionen kritischer Kultur zu entwickeln, die es uns ermöglichen neben dem praktischen, auch auf dem akademischen Feld einen Beitrag zum kulturellen zivilen Widerstand zu erarbeiten.

Seit der Dialektik welche durch die Frankfurter Schule angestoßen wurde haben sich viele unterschiedliche künstlerische Strömungen und verschiedene methodische Ansätze entwickelt, die manche mehr, manche weniger der 'Avantgardekunst' im Sinne einer kritischen kulturtheoretischen Praxis gerecht wurden. Das durch Horkheimer und Adorno postulierte Phänomen der sytemischen Affirmation des Kunstschaffens als solchem, birgt unwiderruflich eine Neutralisierung der künstlerischen Autonomie, auch wenn diese auf den ersten Blick durchaus gegeben ist und von den Künstler/innen auch offensichtlich praktiziert wird.

Das kapitalistische System mit seinem postfordistischen Verständnis von kultureller Produktion und die darin implizite Untrennbarkeit und Vermischung von Produktion/Kreation und Privatleben wird durch die Erschaffung von „kritischen Kunstwerken“ affirmativ bestätigt, oder wie Bourdieu es formuliert hat, in „symbolische Legitimität“, der hegemonialen Herrschaftsstruktur umgewandelt. Natürlich hat es durch die Geschichte hindurch, allem voran durch die situationistischen Positionen der späten fünfziger und frühen sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts, immer wieder Versuche und durchaus erfolgreiche Ansätze gegeben dieses „bürgerliche Paradigma“ zeitweise zu durchbrechen (Ray/Lebuhn). Jedoch gelang es der Kulturindustrie diese avantgardistischen Vorstöße immer wieder durch Erweiterung des Rahmens künstlerischer Anerkennung zu neutralisieren. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit von kritischer Kunst zu reden, wenn man von Performance, Interventionen, Situationen oder künstlerischen Aktionen mit politischen Inhalten spricht, die vor einigen Dekaden als avantgardistischer Ausbruch aus dem Kunstverständnis gewertet worden wären. Die Komplexität und Aufgliederung dieser Analyse bedarf einer profunden Recherche auf verschieden künstlerischen und wissenschaftlichen Feldern und einer transdisziplinären methodologischen Arbeitsverteilung. Die grundlegendsten Fragen die wir derzeit stellen müssen, sind:

    Wie und wo sind die zeitgenössischen Positionen zu verorten, die einen Versuch des Bruchs mit diesem paradigmatischen Dilemma darstellen?
    Welche Ausdrucksformen legitimieren die Bezeichnung „kritische Kunst“ und sind gleichzeitig als Vorreiter eines neuen Kunstverständnisses anzusehen?
    Wie gehen wir als Künstler/innen mit der erkennbaren Tendenz, zu pluralistischen, kommunitaristischen Aktions- und Produktionsmodellen um? Oder welcher ist der Preis des Abstreifens des Künstlermythos?
    Wie bearbeitet man die Zusammenhänge von zeitgenössischer Kunst, die zivilen und sozialen Ungehorsam, als Praktiken kulturellen Widerstandes darstellen und durch Reflexion selbst ein Teil dieser Ausdrucksweise werden?
    Wie steht es um die Vermittlung und Kommunikation von kritischer Kunst und kreativem Aktivismus heute und welche Rolle nehmen die Netzkunst und die sogenannten neue Medien bei dieser Dialektik ein?


    Persönliches Interesse und etwaige Vorarbeiten

Mein persönliches Interesse an der Thematik und den eben aufgeführten Fragestellungen ist von professioneller, sozialer und ethischer Natur. Es ist von professioneller Natur aus dem Grund, da ich mich selbst als politischen Künstler verorte und einen Großteil meiner Arbeit im praktischen Bereich aber auch im Vermittlungsbereich der kritischen Kunst widme. Meiner Meinung nach ist es nicht möglich, das ästhetische vom politischen zu trennen, oder wie Adorno es beschrieben hat, dass jedes Kunstwerk autonom (also selbstbezogen) und gleichzeitig eine soziale Tatsache (also gesellschaftsbezogen) ist.
Es ist von sozialer Natur, da ich mich im ständigen Dialog mit anderen Künstler/innen immer wieder mit der beschriebenen Gedankenführung austausche und zu der Erkenntnis gelangt bin, dass auf dem Feld der kritischen Kunst und des kreativen Protestes viel zu wenig philosophischer Überbau und viel zu wenig theoretisches Fundament, von künstlerischer Seite aus existiert. Ich sehe es als Aufgabe an, meinen Teil, von der Position eines autonomen Künstlers aus zu dieser Diskussion und Dialektik beizutragen.
Dies führt uns zur ethischen Natur, wo ich als Künstler mit einer politischen, wider-ständigen Positionierung innerhalb meines gesellschaftskritischen Auftretens auch die Ursachen, Methoden und Ergebnisse, ebendiesen Handelns für mich und auch für die Allgemeinheit, analysieren, fundamentieren und selbstkritisch hinterfragen muss. Dies geht meiner Meinung nach nur über eine durch interdisziplinäre Methodik erarbeitete Analyse des derzeitigen Standes der Protestkunst und einer wissenschaftlichen Aufarbeitung und Gedankenführung des zu analysierenden Phänomens.

Ich habe eine gedankliche Aufarbeitung des Spannungsfeldes zwischen Kunst und Protest erarbeitet und eine Annäherung an die dargestellte Thematik in meiner Masterarbeit, 2008:„ Kunst und Protest – Wechselwirkungen in unserer Gesellschaft“ versucht. Hier präsentiere ich einen historischen Überbau und eine metaästhetische Untersuchung der Protestkunst anhand persönlicher Erfahrungen in den verschieden künstlerischen Projekten die ich entwickelt, bzw. an denen ich teilgenommen habe. Ferner werden die verschieden Felder aufgezeigt in denen eine kritische Protestkunst eingebettet ist.


    Forschungsstand

Es gibt verschiedene Ansätze zur Erklärung sozialer Proteste und den Bruch mit der Hegemonialen Macht, vor allem nach der weltweiten 68 Bewegung und dem Bruch mit traditionellen politischen Manifestationen bedeutet eine Auffächerung des sozialen Protestes in viele verschiedene kreative Möglichkeiten. Es ist die Geburtsstunde der Subkulturen par Exzellenz. Der soziale Protest wird zum Livestyle erhoben und ganze Generationen verschreiben sich seinen aktivistischen und subkulturellen Manifestationen. Es gibt unzählige Essays, wissenschaftliche Abhandlungen und Berichte die sich mit diesem Phänomen der explosionsartigen Ausbreitung der Protestkultur in die verschieden Genres, Gattungen und Disziplinen kulturellen und wissenschaftlichen Handels und künstlerischen Ausdrucks, befassen. Für diese Arbeit ist jedoch die Fokussierung auf den zivilen Ungehorsam, der seinen medial wirksamen Ursprung im kolonialen Indien gefunden hat. Unter dem Namen „Satyagraha“ hat Mahatma Gandhi den gewaltlosen zivilen Widerstand gegen die englische, eurozentristische und kolonial-imperialistische Unterdrückung postuliert und zusammen mit Millionen seiner Kampfesgenoss/innen tagtäglich gelebt. Ein theoretisches Fundament für die Strategie der rechtlichen Verweigerung legt  Mitte des 19.Jahrhunderts der amerikanische Freidenker Henry David Thoreau. Zeitgenössische Philosophen wie Habermas und John Rawls
haben sich mit dem Thema in Bezug zu unserer Gesellschaft auseinandergesetzt.

Die Protestkunst, für die der zivile Ungehorsam eines ihrer Fundamente geworden ist, unterliegt einer ständigen Oszillation zwischen avantgardistischen künstlerischen Ansätzen und affirmativer Kritik nach der Philosophie der Frankfurter Schule. Auch hierzu gibt es zahlreiche Abhandlungen, die sich mit dieser fundamentalen Kritik an der Protestkunst befassen, diese Literatur ist ausschlaggebend für die Analyse von Protestkultur und dem zeitgenössischen kulturellen Widerstand. Wichtig für die Analyse kontemporärer Strömungen ist die Arbeit von Jens Kastner/Bettina Spörr, Gene Ray, Joshua Decter, Marius Babias, Oliver Marchart, Holger Kube Ventura, Jaques Rancière, u.a., um die wichtigsten zu nennen.

Die Mediale Analyse ist wahrscheinlich eines der weitesten Felder innerhalb dieser Dissertation, da insbesondere das Feld sich wirklich sehr breit fächert. Grundsätzliches wie die politischen und kulturellen Auswirkungen von Online-Comunities und Sozialen Netzwerken im world wide web ist noch unzureichend erforscht. Sicher gibt es genügend utopistische Ansätze, wie die Literatur von Vilem Flusser, vor allem der Begriff der Telematik zeigt, ebenso wie die Literatur über Flusser.
Ein entscheidendes Moment ist die Analyse des Visuellen als Kommunikations und Machtsymbol. Manipulation von Bildern und Instrumentalisierung von Semiotik sind die Schlüssel zur Macht des 21.Jahrhunderts. Welches Subversionspotential von der Semantik der Netzkunst ausgeht ist ebenso von Bedeutung wie die Kommunikatons- und Mobilisierungsmöglichkeit dieser Kunstgattung.
Ich muss zugeben dass dieses Feld von mir persönlich nur theoretisch gestreift wurde, aber da lässt sich bestimmt durch Seminare bei Professor Holert Einiges nachholen.         
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In der Diskursführung innerhalb der Akademie wird eine breitgefächerte Analyse auf dem theoretischen Feld angeboten. Die praktische Arbeit der Künstler/innen ausserhalb des sogenannten Kunstparcourt, sprich die Arbeit am Rande der Prekarität, die ohne Sponsoren, oder ohne Museale oder Galeristische Aufmerksamkeit auskommen muss (will) wird in der klassischen akademischen Arbeit kaum beachtet, geschweige denn untersucht. Die Liste der Kunsttheoretiker ist lang und sehr spezialisiert, die Protestkunst findet jedoch kaum im Kontext der Lehre statt. Freie Studentische Universitätsstrukturen haben eine reale Chance innerhalb des allgemeinen Hochschulprotestes die Fokussierung auf progressiv kritische Kunst und Protestkunst zu richten. Das mir bekanntesten Beispiele sind die Interflugs-Gruppe der UdK und die freie Klasse die im strukturellen Feld, sowie im experimentell-praktischen Bereich die Protestkunst thematisiert und auch aktiv praktiziert. Autonome Studentische Vorhaben sind zu fordern und zu fördern.    
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    Problemstellung

Das grundliegende Problem liegt in der Festlegung der Parameter für Protestkunst und wie sich diese definieren lässt.
Die analytische dreigliedrige Aufteilung der Kunst in affirmative(Pos.1), kritisch affirmative(Pos.2) und Avantgardekunst(Pos.3), wie sie Gene Ray und Henrik Lebuhn in ihrem Essay 2006: „Kunst – Kritik – Politik“ beschreiben, welche ich auch in meiner Masterarbeit untersucht habe, ist Grundlage der Klassifizierung künstlerischer Motivation und politischer Intention in einem metaästhetischen Sinne. Sie unterliegt jedoch einem Denkfehler, nämlich dem der fehlenden Möglichkeit einer stetigen Oszillation zwischen den Positionen 2 und 3. Diese ist aufgrund der Aussagenlogik von Ray und Lebuhn nicht gegeben. Hier wird von einer materialistischen Logik ausgegangen die sich eben nur auf den ökonomisierten Vektor der Kunst bezieht. Protestkunst ist nicht logisch rational zu begreifen, und damit auch nicht so einfach zu kategorisieren, wie zum Beispiel die Kunst auf dem Markt oder die im Ausstellungsparcourt. Die neomarxistische Ästhetik ist nicht als absolute Position zu betrachten, wenngleich die Idee auf den ersten Blick durchaus attraktiv erscheint. Protestkunst kann nicht in Axiomen gedacht werden, eine philosophische Logik ist nur bedingt anwendbar, solch eine Beschränkung wäre ein rein ideologisch motivierter Versuch einer weiteren möglichen (Instrumentalisierung) Vereinnahmung der Kunst. Aus dieser Problematik heraus ergeben sich die Stränge der Analyse auf den verschiedenen disziplinären Feldern.

Die Herausforderung dieser Dissertation wird es sein, die verschiedenen interdisziplinäre Ansätze zu verbinden und die Ebenen der künstlerischen, praktischen, symbolbasierten Ausdrucksweise mit der wissenschaftlichen Dialektik auf all ihren verschieden Ebenen zu durchleuchten und verbindend wiederzugeben.

    Methodik

Bei der Analyse und der Diskursführung ist es wichtig nicht nur die ideologische Fragestellungen zu behandeln, sondern die Denkgebäude und professionelle Logiken, die hinter dem aktuellen Verständnis von kritischer Kunstbegrifflichkeit stehen zu beleuchten und gegebenenfalls kritisch zu hinterfragen. Bei dieser Untersuchung gilt es ein Geflecht von verschiedenen Dimensionen und Vektoren zu dekonstruieren, die zum bisherigen Verständnis von Avantgardekunst geführt haben. Die Recherche fokussiert sich auf die folgenden Felder:

a) Geschichtliche Dimensionen der Avantgardekunst und der kreativen sozialen Protestbewegungen von einem posthistorischen     
    Standpunkt aus, hierbei sei die Position der Posthistoire nach Flusser, sowie die postmoderne Dialektik nach Lyotard analytischer  
    Ausgangspunkt.
b) Erarbeitung eines philosophischen Überbaus, der eine metaästhetische Herangehensweise skizziert, die eine ethische Gewichtung     
    in den Vordergrund stellt. Hierbei spielen gerade soziologische Aspekte eine wichtige Rolle. Es muss verdeutlicht werden, dass eine
    nachhaltige Protestkunst nur im Zusammenwirken von Künstlerkritik und Sozialkritik stattfinden kann. Die Positionen von Boltanski
    und Chiapello im Werk „Der neue Geist des Kapitalismus“ können so nicht für die aktivistische Protestkultur geltend gemacht werden.
    Kulturelle kritische Positionen bedürfen einer Art 'kultureller Universalkritik', eine eventuelle Dekomposition und Neuformatierung des
    Existenzialistischen in der Kunst sollte durchaus überdacht und in Betracht gezogen werden, schließlich wird die Welt durch das zu 
    kritisierende System immer mehr in polarisierte (Existenz)positionen gedrängt hier spielt der Aspekt des Künstlers als eine Art  
    eine entscheidende Rolle.
c) Der mediale Ansatz ist meiner Meinung nach, das wichtigste Moment für die Vermittlung und Divulgation von Protestkunst und ihren 
    differenzierten Erscheinungsformen. Hier sind die Experten der Kommunikationswissenschaften gefragt, sich in die anstehende
    Diskussion mit einzubringen, vor allem bei der Beobachtung der gegenwärtigen Strömungen. Der Ansatz der Telematik nach Flusser
    wird einen entscheidenden Part bei der Erarbeitung medialer und vermittlungstechnischer Ansätze haben, hier kommt man auch an
    der sehr aufgesplitteten Untersuchung der Netzkunst und ihrer diversen Ausdrucksformen und Mechanismen nicht vorbei. Die 
    Auswirkungen von Online-Comunities, medialen und politischen Netzwerken, sowie des Netzaktivismus muss in Bezug mit kulturellem   
    und zivilem Protest analysiert werden.
d) Annex zur Vermittlung und zur Kommunikation steht natürlich auch die Fragestellung im Raum, zum korrekten Umgang mit dem
    akademischen Aspekt. Was tut die Akademie zur Förderung von Protestkultur und über welche Mechanismen verfügt eine mit   
    exzellenten Spitzenstudierenden verarmende, "überflüssiges Humankapital" abdrängende Bildungspolitik. Hier braucht es konkrete  
    Utopien als Korrektiv gegen eine, der kapitalistischen Verwertungslogik folgende, ökonomisch gleichgeschaltete kulturelle Bildung.

Dieser theoretische Teil der Arbeit muss auch sinnvoll mit dem praktischen, künstlerischen Part der Untersuchung gekoppelt und in
Einklang gebracht werden. Hierzu wäre eine Vortragsreihe mit praxisorientierten Workshops eine mögliche Erweiterung der Arbeit um das
Wechselspiel zwischen Theorie und Praxis anhand konkreter Beispiele zu beleuchten. Sinnvoll wäre es Referent/innen aus dem
künstlerischen Feld zu bitten, eine praxisorientierte Umsetzung der oben beschriebenen theoretischen Eckpunkte zu erarbeiten.
Die Ergebnisse könnten in einer Ausstellung präsentiert werden.





    Quellenlage 

innerhalb der Philosophie:

Theodor Adorno - Kulturindustrie
Peter Bürger – Avantgarden
Heinz Paetzold - Neomarxistische Ästhetik
Ghandi Mahatma – Satyagraha


innerhalb der Soziologie:

Gene Ray – künstlerischer Aktivismus
Jens Kastner – neue Protestformen
Manfred Ohm – analytische Kritik
Kube Ventura -Definition politischer Kunst
Oliver Marchart – Kunst und Prekariat
Luc Boltanski – Künstlerkritik vs. Sozialkritik

Innerhalb der Kommunikationswissenschaften:

Walter Benjamin – Metaphysik / Materialisierung und Ökonomisierung der Kunst
Willem Flusser – Telematik / Evolutionäre Kommunikation
Tom Holert – Sprache der Bilder und ihrer Macht

innerhalb der Akademie:

Manfred Ohm – Fundamentalanalyse politischer Kunst
Marius Babias – Strukturelle Fragestellungen
Jaques Ranciere – Paradoxien
Clemens Albrecht – Historischer Vergleich / Abgleich


künstlerische Positionen (analytische Auswahl):

Guy Debord – Kunst als Situation
off-spaces – Kunst und Ökonomie des Prekariats
Multiple Identity – Existenzielle Dekonstruktion
Netzkunst - Media als Message




    Vorläufige Gliederung der Untersuchungsschritte

1. Recherche konkreter und annexer Literatur zu den oben genannten Feldern
2. Analyse und Deskription der verschiedenen aktuellen Strömungen in den verschieden genannten Disziplinen
3. Theoretische und praktische Anwendungen bei der visuellen Kunst
4. Installation eines Diskussionsforums zur Behandlung und zum Austausch sowohl im kunsttheoretischen als auch im praktischen                  
    Bereich
5. Darlegung der Forschungsergebnisse im theoretischen Feld und Produktion einer Visualisierungsmethodologie im praktischen Bereich
6. Publikation und Ausstellung




    Vorläufige Bibliographie
   
    Adorno, Theodor / Horkheimer, Max, 1940-50: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. In: Gunzelin Schmid Noerr (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band 5 Dialektik der Aufklärung und Schriften 1940–1950, Fischer, Frankfurt am Main 1987
    Albrecht, Clemens 2004: Die Dialektik des Scheiterns. Aufklärung mit Horkheimer und Adorno. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe. Nr. 2
    Arendt, Hannah 1999: Ziviler Ungehorsam, In: Zur Zeit. Politische Essays. (1943–1975), Rotbuch Verlag, Hamburg
    Babias, Marius / Könneke Achim 1998: Die Kunst des Öffentlichen, Verlag der Kunst, Dresden
    Babias, Marius (Hg.) 1995: Im Zentrum der Peripherie, Verlag der Kunst-Dresden, Basel
    Benjamin Walter 1936: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Gesammelte Schriften I, 2 (Werkausgabe Band 2), hrsg. v. Tiedemann, Rolf/Schweppenhäuser, Hermann. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1980
    Boltanski, Luc / Chiappello, Eve 2003: Der neue Geist des Kapitalismus. Übersetzt aus dem Französischen von Michael Tillmann. (UVK Verlagsgesellschaft) Konstanz 
    Bürger, Peter 1995: Theorie der Avantgarde, 10.Auflage, Suhrkamp Verlag, Frankfurt
    Damus, Martin 2000: Kunst im 20. Jahrhundert: von der transzendierenden zur affirmativen Moderne. Reinbek, Hamburg
    Debords, Guy 1967: Die Gesellschaft des Spektakels, Edition Tiamat, Berlin 1996
    Flusser, Vilem 1996: „Die Informationsgesellschaft. Phantom oder Realität?“ hrsg. v. Klaus Sander.  Supposé Verlag, Köln
    Flusser, Vilem 1992: Virtuelle Räume – Simultane Welten . ARCH+ 111 - Verlag, Aachen
    Flusser Vilem 1992: Nach der Postmoderne.  Düsseldorf 
    Gandhi, Mahatma 1951: Non-Violent Resistance (Satyagraha). Navajivan Publishing House, Ahmedabad
    Glotz, Peter (Hrsg.) 1983: Ziviler Ungehorsam im Rechtsstaat, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main
    Habermas, Jürgen 1985: Die neue Unübersichtlichkeit, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main
    Holert, Tom 2008: Regieren im Bildraum, b_books Verlag, Berlin
    Kastner, Jens / Spörr, Bettina (Hg.) 2008: nicht alles tun, Ziviler und Sozialer Ungehorsam an den Schnittstellen von Kunst, radikaler Politik und Technologie, Unrast Verlag, Münster
    Kastner, Jens 2009: Die ästhetische Disposition - Eine Einführung in die Kunsttheorie Pierre Bourdieus, Turia + Kant, Wien
    Kube Ventura, Holger 2002: Politische  Kunst  Begriffe  in den 1990er Jahren im deutschsprachigen Raum. Wien
    Lyotard, Jean-Francois 1987: Sendschreiben zu einer allgemeinen Geschichte, in: Postmoderne für Kinder, Wien
    Laclau, Ernesto / Mouffe, Chantal 2000: Hegemonie und radikale Demokratie, zur Dekonstruktion des Marxismus, Passagen Verlag
    Marchart,Oliver 1997: "Neoismus. Avantgarde und Selbsthistorisierung", Selene Verlag, Wien
    Ohm, Manfred 2008: http://www.manfred-ohm.eu/PDF/Von_der_Abstraktion_zur_Gesellschaftskritik.pdf
    Rancière, Jacques 2006: Die Aufteilung des Sinnlichen. Die Politik der Kunst und ihre Paradoxien. b_books Verlag, Berlin
    Resch, Christine / Steinert, Heinz 2003: Die Widerständigkeit der Kunst. Entwurf einer Interaktions-Ästhetik. Münster
    Rothermund, Dietmar 1989: Mahatma Gandhi. Eine politische Biografie. Piper, München
    Rawls, John 1975: Eine Theorie der Gerechtigkeit (Original: A Theory of Justice, 1971, überarbeitete Fassung 1975), Suhrkamp, Frankfurt
    Steinert, Heinz 2002 (1998): Kulturindustrie. Westfälisches Dampfboot, Münster
    Thoreau, Henry David: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat, Diogenes Verlag, Zürich 1967
   

 
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